Herbarium Saastal

Botanik-Touristen und Pflanzenvielfalt

Das Projekt

Botanik-Tourismus im Saastal

Wie greifen Naturliebe, wissenschaftliche Neugier und soziale Beziehungen ineinander? Das Herbarium Keller-Naegeli (HKN) ist ein Paradebeispiel zur Beleuchtung dieser Frage. Es handelt sich dabei um eine der grössten historischen Pflanzensammlungen der Schweiz aus privater Hand.

Das von Alfred Keller und Otto Naegeli angelegte Herbarium gelangte 1936 durch Schenkung in den Besitz der Universität Zürich. Das HKN besteht aus etwa 130‘000 gepressten und getrockneten einheimischen Pflanzen. Aufbewahrt wird es am Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik (ISEB) der Universität Zürich. Die Sammlung hat zwei Schwerpunkte: den Kanton Zürich und das Walliser Saastal, das für seinen Pflanzenreichtum bekannt ist. Die Zürcher Belege wurden für das Projekt „Flora des Kantons Zürich“ benutzt.

Das gesamte Herbarium Naegeli-Keller wurde in den Jahren 2014/15 mit Mitteln der Universität und der ETH Zürich restauriert. Mitte 2016 konnte am ISEB ein vorwiegend von Drittmitteln alimentiertes Forschungsprojekt gestartet werden, um das botanische Vermächtnis von Naegeli und Keller für die über 20‘000 im Kanton Wallis gesammelten Pflanzen zu transkribieren und in eine Datenbank zu übertragen. Einbezogen ist auch ein „Citizen Science“-Anteil, der interessierten Laien eine Mitwirkung bei der Auswertung ermöglicht. Im Laufe des Jahres 2018 soll das Projekt abgeschlossen werden.

Erste Resultate des Forschungsprojekts und der damit verbundenen historisch-biografischen Recherchen sind im Juni 2018 als populärwissenschaftliche Publikation für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Finanziell engagiert haben sich in dankenswerter Weise die OPO-Stiftung (Zürich), die Stiftung für die Förderung der Pflanzenkenntnis (Basel) sowie die Sophie und Karl Binding Stiftung (Basel).